In der jüngeren Vergangenheit kamen im Bereich Anlageformen immer wieder Dinge zum Vorschein, die aufzeigten, dass beim Schutz von Kleinanlegern noch deutlich Luft nach oben ist. Das sieht nun auch der Bundestag, der derzeit darüber berät, wie man Risiken künftig transparenter machen kann. Auch über Verbote einzelner Anlageformen wird dabei gesprochen.
Der Bundestag will Kleinanleger besser schützen. Dies scheint auch nötig, denn der Fall der P&R-Unternehmensgruppe, die sich auf die Vermietung von Containern spezialisierte, zeigte dies einmal mehr. Völlig unvorhersehbar für Anleger wie Experten war das Unternehmen in die Pleite geraten und hatte bei den 54.000 Anlegern, die hier Geld investiert hatten, Ängste bereitet, jemals wieder an das Anlagevermögen zu kommen. Insgesamt geht es dabei um die Summe von mehr als drei Milliarden Euro, die die Investoren hier bereitgestellt hatten.
Der Fall von P&R zeigte aber auch auf, dass insbesondere beim Schutz von Kleinanlegern noch Raum für Verbesserungen ist. Das Gesetz, das zuletzt im Jahre 2015 überarbeitet worden war, reicht offenkundig nicht mehr aus. Nun soll ein Gesetzentwurf der Bundesregierung dafür sorgen, dass der Schutz der Kleinanleger verbessert werden soll. Bundestag berät, wie Kleinanleger besser geschützt werden können weiterlesen
Weiterhin spürbares Lohngefälle zwischen Ost und West
Die deutsche Wiedervereinigung ist nun mehr als 30 Jahre her, aber immer noch ist das Land von einer Gleichheit bei den Einkommen weit entfernt. Zwischen dem Westen und dem Osten herrscht nach wie vor ein erkennbarer Unterschied bei den Löhnen und Gehältern. Dabei zeigt sich, dass dies für die Branchen in unterschiedlicher Art und Weise gilt.
In vielen Branchen sind die Löhne und Gehälter im Osten der Bundesrepublik Deutschland immer noch nicht auf dem Niveau angekommen, das in Westdeutschland gezahlt wird. Besonders ausgeprägt ist dies bei der Herstellung von Kleidung. Im Westen bezieht eine beschäftigte Person in Vollzeit 73 Prozent mehr als im Osten des Landes. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, die die Linken im Bundestag auf eine Anfrage erhielten. Die Details dazu liegen der Nachrichtenagentur dpa vor.
Hier zeigt sich auch, dass Personen, die sozialversicherungspflichtig in einem Vollzeitbeschäftigungsverhältnis arbeiten, im Osten 2.827 Euro im Schnitt verdienen. Im Westen sind es 3.526 Euro. Dies sind jeweils Bruttoeinkommen. Das bedeute, dass das Entgelt in Westdeutschland somit 24,7 Prozent über dem Einkommen liegt, das in Ostdeutschland gezahlt wird.
Besonders die Branchen rund um den Auto-, Karosserie-, Anhänger-, Autoteile und Motorenbau weisen ebenfalls auffällige Unterschiede aus: Im Westen werden hier durchschnittlich 5.354 Euro als Bruttolohn gezahlt – im Osten sind es 3.690 Euro. Das macht einen Unterschied von 1.664 Euro oder auch 45,1 Prozent Lohngefälle aus. Weiterhin spürbares Lohngefälle zwischen Ost und West weiterlesen
Eigentumswohnungen verteuern sich weiter – Mieten gebietsweise gefallen
Aktuellen Analysen zufolge sind in Deutschland in einigen Regionen die Mietkosten bisweilen deutlich zurückgegangen. Weiter im deutlichen Plus liegen indes die Preise für Eigentumswohnungen.
Bei Neuverträgen im Mietsektor stagnierte der Mietzins im Bundesdurchschnitt seit zwei Jahren – nun sind die Kosten erstmals wieder gefallen. Im Vergleich mit dem dritten Quartal 2020 sanken die Mietpreise um 0,1 Prozent in den Monaten Oktober bis Dezember. Dieses kleine Minus resultiert vor allem daraus, dass in 27 der 50 teuersten Städte in Deutschland der Mietzins bei Neuvermietungen gesunken ist. Deutlich macht dies die Betrachtung des Wohnindex, den das Forschungsunternehmen F+B herausgibt. Dabei wird die Entwicklung der Immobilienpreise wie auch der Mieten in Deutschland analysiert Dazu ziehe man die Daten zu den Angeboten aus etwa 30 Millionen Immobilienobjekten in ganz Deutschland heran.
Vor allem die demografische Entwicklung, so die Experten von F+B sei verantwortlich für die Entwicklung im Bereich der Neuvermietungen. Da derzeit die Zuwanderung leicht rückläufig sei, müsse man aus statistischer Sicht von einem Sterbeüberschuss ausgehen. Ebenfalls hinzuzurechnen sei die erhöhte Sterblichkeit, die durch die Corona-Pandemie verursacht würde.
Bei den Neuverträgen sei insbesondere Kempten im Allgäu mit dem größten Minus von 12,9 Prozent auffällig. Auch Wunstorf in Niedersachen sei mit einem Rückgang von 9,9 Prozent ganz vorne dabei und auch in Freiburg gab es 5,6 Prozent weniger neue Mietverträge. Eigentumswohnungen verteuern sich weiter – Mieten gebietsweise gefallen weiterlesen
Für 2021 rechnet die Industrie mit 3,5 Prozent Wachstum
Nachdem schon einige Wirtschaftsexperten ihre Prognose für 2021 reduziert haben, schraubt nun auch der Bundesverband der Deutschen Industrie seine Erwartungen nach unten und begründet dies damit, dass die Lage vorerst „schwierig“ bleiben würde. Wachstum gebe es aber dennoch.
Die deutsche Wirtschaft wird nach Meinung der deutschen Industrie auch in diesem Jahr spürbar wachsen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) glaubt, dass hierzulande die Konjunktur um 3,5 Prozent zulegen kann, und dies, obwohl die „Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie groß sei“. Auch die wirtschaftliche Lage bleibe „schwierig“, sagte BDI-Chef Siegfried Russwurm. Noch nicht in Sichtweite sei daher die Rückkehr auf das Niveau, das vor der Krise existent war. Zumindest könne man dies nicht für das Jahr 2021 annehmen, aber es gebe hier gute Chancen, dass dies „im ersten Halbjahr 2022 gelingt“, so Russwurm.
Allerdings schraubt die Industrie damit analog zu einigen Wirtschaftsforschungsinstituten die Erwartungen zurück. Zuletzt war man beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) von einem Plus von 3,5 Prozent ausgegangen, nachdem man lange auf ein Wachstum von 5,2 Prozent gehofft hatte. Die als gewerkschaftsnah geltende Hans-Böckler-Stiftung glaubt weiter an ein Plus von „spürbar über vier Prozent“. Für 2021 rechnet die Industrie mit 3,5 Prozent Wachstum weiterlesen
Zweite Rezession nach Shutdown-Schock möglich
Der zweite Lockdown dürfte deutliche Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen Bis Jahresende ist mit einer erneuten Schrumpfung der Wirtschaftsleistung zu rechnen, auch wenn es Anzeichen auf Hoffnung gibt. Derzeit droht aber eine zweite Rezession und ein Ende der schnellen Erholung.
Kaum hat sich die deutsche Wirtschaft vom ersten durch Corona bedingten Absturz etwas erholt, droht eine neue Rezession, die nun durch den zweiten Lockdown ausgelöst werden könnte. So sieht es der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. So seien die „wirtschaftlichen Risiken deutlich gestiegen“, sagte Krämer und begründet dies vor allem durch die Schließungen im Einzelhandel, der als wichtiger Absatzkanal der deutschen Industrie immer wieder Impulse für das Wachstum gibt. So sei immer deutlicher, dass im vierten Quartal nun mit einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung zu rechnen sei. Gegenüber dem Vorquartal gehe man dabei von einem Minus von etwa einem Prozent aus, so Krämer weiter und prognostiziert auch für den Jahresbeginn 2021, dass sich ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auch dann noch fortsetzen dürfte, weil auch dann noch mit einem anhaltenden, wenn auch leichteren Lockdown zu rechnen sei. Zweite Rezession nach Shutdown-Schock möglich weiterlesen
Allianz im dritten Quartal mit höherem Gewinn
Besser als erwartet läuft es in der Corona-Krise bei der Versicherungsgesellschaft Allianz. Dies belegt auch der Nettogewinn, der im dritten Quartal um sechs Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden konnte.
Die Allianz schafft es derzeit, die Belastungen, die durch die Corona-Pandemie auf das Unternehmen zukommen, in berechenbarem Umfang zu halten: Derzeit muss man die Summe von 100 Millionen Euro als zusätzliche Belastung hinnehmen, was Vorstandschef Oliver Bäte als gutes Signal sieht: Man beweise damit „Widerstandskraft“, so Bäte. Das operative Ergebnis sei aufgrund der aktuellen Lage lediglich um drei Prozent zurückgegangen und beträgt nun 2,9 Milliarden Euro. 2019 waren es drei Milliarden Euro. Analysten waren im Vorfeld von gerade einmal 2,6 Milliarden Euro ausgegangen. Auch wenn dies positiv stimme, wolle man sich weiterhin nicht zu einer Gewinnprognose äußern, so Bäte weiter. Man sei aber zuversichtlich, dass man die Krise gut bewältigen werde. Gleichzeitig wolle man eine Allianz aufbauen, die noch stärker sein werde.
Etwa zehn Milliarden Euro könnte nach Meinungen von Analysten das operative Ergebnis des Versicherungskonzerns ausmachen. Damit würde das Unternehmen rund zwei Milliarden Euro weniger verdienen als vor der Krise. Aktuell sind es immerhin schon 7,8 Milliarden Euro, die hier in drei Quartalen bereits angefallen seien, während es im Vorjahreszeitraum schon 9,1 Milliarden Euro waren. 1,3 Milliarden Euro hat das Unternehmen als Rückstellungen aufgrund der erwarteten Belastungen aufgrund der Corona-Pandemie verbucht. Die Schaden- und Unfallsparte werde hier mit 700 Millionen Euro berücksichtigt. Hier sei auch der Kreditversicherer Euler Hermes bedacht, bei dem man aktuell aufgrund der durch den Lockdown bedingten Schließungen von Hotels und Restaurants mit Zahlungen rechne. Die Sparte der Lebens- und Krankenversicherungen mache den Rest aus. Allianz im dritten Quartal mit höherem Gewinn weiterlesen
Herbstgutachten geht von langsamer Erholung der Wirtschaft aus
Die Corona-Pandemie hat in der deutschen Wirtschaft deutliche Spuren hinterlassen. Der Einbruch war so stark, wie man dies schon seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Das Minus liegt, so Ökonomen, bei 5,4 Prozent, aber es zeigt sich schon wieder ein Silberstreif am Horizont.
Das Minus bei der wirtschaftlichen Leistung hierzulande ist so groß wie seit Jahren nicht mehr. Um 5,4 Prozent ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zurück. Das attestiert das Herbstgutachten des Bundeswirtschaftsministeriums und macht die Corona-Pandemie hierfür ursächlich.
Nachdem es im April ein prognostiziertes Minus von 4,2 Prozent gab, wurde dieser Wert damit nun nochmals revidiert und um weitere 1,2 Prozentpunkte vergrößert. Allerdings hatten zahlreiche Ökonomen in der Zwischenzeit sogar Befürchtungen geäußert, das Minus werde noch viel deutlicher ausfallen. Vor allem die staatlichen Konjunkturprogramme hätten dazu beigetragen, dass selbst in der Krisenphase die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte weitgehend stabil gewesen seien, auch wenn dies zu einem Rekorddefizit der öffentlichen Haushalte führen werde, das Ökonomen derzeit mit 183 Milliarden Euro beziffern. Herbstgutachten geht von langsamer Erholung der Wirtschaft aus weiterlesen
Delivery Hero wird künftig im Dax gelistet
Der Lieferdienst Delivery Hero wird künftig im Deutschen Aktien Index (Dax) geführt und ersetzt an der Deutschen Börse künftig den Zahlungsdienstleister Wirecard, der aufgrund seiner Zahlungsunfähigkeit und des Bilanzierungsskandals aus dem Index genommen wurde.
Nachdem Wirecard in einen Bilanzskandal in Milliardenhöhe verstrickt ist, wurde der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister aus dem Dax genommen. An seine Stelle rückt nun der internationale Lieferdienst für Speisen und Getränke, Delivery Hero. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist damit innerhalb weniger Wochen der zweite Neukandidat für den deutschen Leitindex, der seinen Sitz in der Bundeshauptstadt hat. Erst vor kurzer Zeit war der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen in den Deutschen Aktien Index aufgenommen worden. Das ist nun insofern erwähnenswert, weil damit zum ersten Mal seit 14 Jahren überhaupt wieder ein Berliner Unternehmen in diesem wichtigen Aktienindex vertreten ist.
Der nun folgende Dax-Neuling, Delivery Hero, profitierte in der jüngsten Vergangenheit von der Corona-Pandemie. Aus dem bisherigen Start-Up ist inzwischen eine in mehr als 40 Ländern aktive Bestellplattform hervorgegangen, bei der sich Kunden ihr Essen bei lokalen Dienstleistern ordern können. Zudem beschäftigt Delivery Hero global inzwischen 25.000 Menschen. Allein in Berlin sind es 1.300 Beschäftigte. Deren Aufgabe ist es, zwischen den Kunden und lokalen Restaurants zu vermitteln. Geld verdient Delivery Hero vor allem mit Provisionen, die sie von den Gastronomiebetrieben erhalten. Inzwischen unterhält die Firma aber auch Großküchen und eigene Lieferdienste. Delivery Hero wird künftig im Dax gelistet weiterlesen
Ifo-Institut: Konjunktur erholt sich schrittweise von Corona-Krise
Vom Einbruch der deutschen Wirtschaft in Rekordhöhe, der vom Corona-Virus verursacht worden war, erholen sich die Unternehmen langsam und schrittweise – und spürbar. Die Experten des Ifo-Instituts gehen nun wieder von einem Wachstum von 6,9 Prozent für das dritte Quartal aus.
Auf dem Weg der Besserung ist die Wirtschaft Deutschlands. Nachdem die ökonomische Leistung deutlich aufgrund der Corona-Pandemie abgerutscht war, geht man für die zweite Hälfte des Jahres beim Münchner Ifo-Institut schon wieder von einem sichtbaren Aufschwung aus. Mit 6,9 Prozent sei im dritten Quartal zu rechnen – und mit 3,8 Prozent im vierten, war vom Institut zu hören.
Schrittweise gehe es nun wieder aufwärts, sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo-Instituts. Allerdings stelle man die Prognosen allesamt noch unter Vorbehalt, denn man müsse weiterhin vorsichtig mit diesen Aussagen umgehen, da ein weiterer Verlauf der Pandemie ebenso wenig sicher vorauszusagen sei wie die daraus folgenden Reaktionen seitens der Politik.
Die Lockerung bei den Schließungen zeigten Wirkung, so Wollmershäuser. Daher seien die „kräftigen Raten in der zweiten Jahreshälfte“ erklärbar durch die niedrige Produktion an Waren und Dienstleistungen, wie dies während des Lockdowns der Fall gewesen sei. Dennoch sei davon auszugehen, dass beim Blick auf das Gesamtjahr die Wirtschaft in Deutschland ein Minus von 6,7 Prozent zu verkraften habe. Dies sei damit der größte Rückgang seit der Nachkriegszeit, betont der Ifo-Experte. Ifo-Institut: Konjunktur erholt sich schrittweise von Corona-Krise weiterlesen
Quartalsverlust: Lufthansa plant drastischen Umbau des Konzerns
Es wird noch lange Zeit vergehen, bis sich Deutschlands größte Airline von den wirtschaftlichen Folgen des durch die Corona-Pandemie ausgelösten Lockdowns erholen wird. Die Belegschaft müsse sich nach den Worten von Konzern-Chef Carsten Spohr darauf einstellen, dass es in Zukunft zu deutlichen Sparvorgaben kommen wird, um wieder wirtschaftlich agieren zu können.
Der Staat schaffte es zwar, durch seinen Einstieg bei der Lufthansa den Konzern zu retten, aber dennoch stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns drastische Einschnitte ins Haus. Es sei absehbar, dass die Nachfrage sich nur sehr langsam erholen werde, sagte der Chef des Vorstandes, Carsten Spohr. Aus diesem Grund müsse man nun gegensteuern, in dem man Restrukturierungen vorantreibe, die tiefgreifend sein werden. Diese Aussage machte Spohr bei der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal des Jahres. Diese waren am Mittwoch in Frankfurt präsentiert worden. Ziel müsse es nach Ansicht der Konzernführung sein, die Stückkosten zu senken. Diese sollten deutlich gegenüber dem Niveau gesenkt werden, wie es vor der Coronakrise bestand. Allerdings wollte sich Spohr hierbei nicht zu etwaigen Kostensenkungen äußern, die durch den Abbau von Personal bei der Lufthansa zu erwirtschaften seien. Quartalsverlust: Lufthansa plant drastischen Umbau des Konzerns weiterlesen